Energiepreisbremse

Alle Infos zu den Preisdeckeln auf Erdgas und Strom

Informationen zur Energiepreisbremse

Das solltest Du wissen


Mit den Preisbremsen für Erdgas und Strom möchte die Bundesregierung Letztverbraucher im Jahr 2023 und gegebenenfalls bis April 2024 spürbar von den stark gestiegenen Energiekosten entlasten. Vereinfacht gesprochen funktionieren die Preisbremsen so: Für einen festgelegten Anteil des Verbrauchs übernimmt der Staat den Teil des Arbeitspreises, der über dem jeweiligen Preisdeckel liegt. Für den darüberhinausgehenden Verbrauch bezahlst Du den mit Deinem Versorger vertraglich vereinbarten Arbeitspreis.

Wichtig dabei: Jeder – egal ob kleiner oder großer Verbraucher – profitiert vom Energiesparen. Denn je weniger Du verbrauchst, desto kleiner ist der Anteil, der über der staatlich festgelegten Preisbremse liegt und desto weniger musst Du zahlen. Es lohnt sich also, mit dem Verbrauch innerhalb des Rahmens der Preisbremse zu bleiben.

Fragen & Antworten

Alles Wichtige zusammengefasst


Erdgas: Wie funktioniert die Preisbremse für Privathaushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen mit einem Verbrauch unter 1,5 Mio. kWh pro Jahr?

Für private Haushalte, kleine und mittlere Unternehmen sowie Vereine, die Wohnungswirtschaft, Reha-Einrichtungen etc. wird der Gaspreis bei 12 Cent pro Kilowattstunde (brutto) gedeckelt. Dieser Preis gilt für 80 % des im September 2022 prognostizierten Jahresverbrauchs. Für den restlichen Verbrauch muss der höhere, vertraglich festgelegte Arbeitspreis gezahlt werden. Die Gaspreisbremse federt so die stark gestiegenen Kosten für Erdgas ab – vor allem, wenn Du es schaffst, innerhalb der 80 % des prognostizierten Verbrauchs zu bleiben.

Klingt kompliziert? Wir erklären es an einem Beispiel:

1. Im September wurde für Kunde X ein Jahresverbrauch von 14.850 kWh prognostiziert. Nehmen wir mal an, der Arbeitspreis für Gas ab Januar 2023 beträgt 20 ct/kWh (brutto).

2. Für 11.880 kWh (also 80 %) des prognostizierten Jahresverbrauchs muss der Kunde dann 12 ct/kWh bezahlen (die Differenz zum vertraglich vereinbarten Preis übernimmt der Bund), für die restlichen 2.970 kWh die vertraglich vereinbarten 20 ct/kWh.

3. Bei 11 Abschlägen (gerundete Werte) und ohne die Grundkosten zu berücksichtigen, ergibt sich:

• Beispielhafter monatlicher Gasverbrauch: 14.850 kWh/11 Monate = 1.350 kWh

• 80 % des monatlichen Gasverbrauchs: 1.350 kWh x 0,8 = 1.080 kWh

• 20 % des monatlichen Gasverbrauchs: 1.350 kWh x 0,2 = 270 kWh

Rechnung
Monatlicher Arbeitspreis ohne Gaspreisbremse: 270 € 1.350 kWh x 20 ct/kWh
Monatlicher Arbeitspreis mit Gaspreisbremse 184 € 1.080 kWh x 12 ct/kWh + 270 kWh x 20 ct/kWh
Monatlicher Arbeitspreis bei zusätzlich 20 % Gasverbrauchs-Einsparung 130 € 1.080 kWh x 12 ct/kWh


Übrigens: Wer mehr als 20 % Energie einspart, profitiert zusätzlich. Denn Du bekommst immer für die prognostizierten 80 % Verbrauch die rechnerische Differenz zwischen Vertragspreis und Preisdeckel – im Beispiel 8 ct/kWh – gutgeschrieben. Sparen lohnt sich also!

Haushaltskunden profitieren zudem weiterhin von der Mehrwertsteuersenkung bei Erdgas auf 7 % (sowohl beim Grundpreis als auch beim Arbeitspreis). Da es sich bei der Beispielrechnung um Bruttopreise handelt, ist die Mehrwertsteuer bereits enthalten.

Wie profitierst Du von der Gaspreisbremse?

Von den Entlastungen profitierst Du automatisch: Du wirst Ende Februar persönlich informiert, wie sich die Preisbremse für Dich auswirkt und wie sich ggf. Dein Abschlagsplan ändert. Dann erklären wir Dir auch, wie die rückwirkende Preisbremse für Januar und Februar 2023 berechnet wird. Wichtig: Der Dir bekannte Januar- und Februar-Abschlag ist zunächst in voller Höhe (ohne Wirkung der Gaspreisbremse) zu zahlen. Wir garantieren Dir, dass wir die Preisbremse im Sinne des Gesetzes umsetzen.

Mieter erhalten Ihre Entlastung über ihren Vermieter. Dieser kann sie über reduzierte Nebenkostenvorauszahlungen oder mit der jährlichen Heizkostenabrechnung weitergeben.


Ökostrom: Wie funktioniert die Strompreisbremse?

Auch die Strompreisbremse soll dazu beitragen, dass die Stromkosten insgesamt sinken. Sie sieht folgenden Preisdeckel beim Arbeitspreis vor: 40 ct/kWh (brutto) für den Basisbedarf von 80 % der aktuellen Jahresverbrauchsprognose. Der darüber liegende Verbrauch wird zum vertraglich festgelegten Arbeitspreis bezahlt.

Klingt kompliziert? Wir erklären es an einem Beispiel:

1. Die Jahresverbrauchsprognose für Kunde X sieht einen Jahresverbrauch von 2.970 kWh vor. Nehmen wir mal an, der Arbeitspreis für Strom ab Januar 2023 beträgt 49 ct/kWh (brutto).

2. Für 2.376 kWh (also 80 %) des prognostizierten Jahresverbrauchs muss der Kunde dann 40 ct/kWh bezahlen (die Differenz zum vertraglich vereinbarten Preis übernimmt der Bund), für die restlichen 594 kWh die vertraglich vereinbarten 49 ct/kWh.

3. Bei 11 Abschlägen (gerundete Werte) und ohne die Grundkosten zu berücksichtigen, ergibt sich:

• Beispielhafter monatlicher Stromverbrauch: 2.970 kWh/11 Monate = 270 kWh

• 80 % des monatlichen Stromverbrauchs: 270 kWh x 0,8 = 216 kWh

• 20 % des monatlichen Stromverbrauchs: 270 kWh x 0,2 = 54 kWh

Rechnung
Monatlicher Arbeitspreis ohne Strompreisbremse: 132 € 270 kWh x 49 ct/kWh
Monatlicher Arbeitspreis mit Strompreisbremse 113 € 216 kWh x 40 ct/kWh + 54 kWh x 49 ct/kWh
Monatlicher Arbeitspreis bei zusätzlich 20 % Stromverbrauchs-Einsparung 86 € 216 kWh x 40 ct/kWh


Übrigens: Wer mehr als 20 % Energie einspart, profitiert zusätzlich. Denn Du bekommst immer für die prognostizierten 80 % Verbrauch die rechnerische Differenz zwischen Vertragspreis und Preisdeckel – im Beispiel 9 ct/kWh – gutgeschrieben. Sparen lohnt sich also!

Wie profitierst Du von der Strompreisbremse?

Von den Entlastungen profitierst Du automatisch: Du wirst Ende Februar persönlich informiert, wie sich die Preisbremse für Dich auswirkt und wie sich ggf. Dein Abschlagsplan ändert. Dann erklären wir auch, wie die rückwirkende Preisbremse für Januar und Februar 2023 berechnet wird. Wichtig: Der Dir bekannte Januar- und Februar-Abschlag ist zunächst in voller Höhe (ohne Wirkung der Strompreisbremse) zu zahlen. Wir garantieren Dir, dass wir die Preisbremse im Sinne des Gesetzes umsetzen.

Mieter erhalten Ihre Entlastung über ihren Vermieter. Dieser kann sie über reduzierte Nebenkostenvorauszahlungen oder mit der jährlichen Heizkostenabrechnung weitergeben.


Ökostrom: Wie funktioniert die Preisbremse für Letztverbraucher mit einem Verbrauch > 30.000 kWh pro Jahr?

Für 70 % der aktuellen Jahresverbrauchsprognose (SLP-Kunden) bzw. 70 % der Ist-Menge 2021 (RLM-Kunden) liegt der Deckel bei 13 ct/kWh netto (reiner Energiepreis ohne Netzentgelte, Steuern und Abgaben). Nur für den Verbrauch, der darüber hinausgeht, wird der vertraglich vereinbarte Arbeitspreis gezahlt.

Was ist, wenn ich zum Jahreswechsel umgezogen bin?

Für diesen Fall wird nicht Deine eigene Vorjahresrechnung, sondern der bisherige Energieverbrauch der neuen Wohnung zugrunde gelegt.

Was ist, wenn ich im Laufe des Jahres den Energieversorger wechsle?

Dem neuen Lieferanten muss innerhalb von 6 Wochen das bisher gewährte Entlastungskontingent, der Referenzpreis und die Höhe der für den Abrechnungszeitraum gewährten Entlastungsbeträge zur Verfügung gestellt werden. Zudem darf der neue Lieferant erst dann Entlastungsbeträge gewähren, wenn der Letztverbraucher seinem neuen Lieferanten die Abrechnung des alten Lieferanten vorgelegt hat.

Was kann ich tun, um weniger Energie zu verbrauchen?

Mit unseren Tipps bei Strom und Gas sparen


Jeder kann mithelfen, dass auch in einer Mangelsituation so viele Menschen und Einrichtungen wie möglich Energie zur Verfügung haben. Dazu lohnt es sich schon jetzt den eigenen Verbrauch zu senken!

Überprüfe dafür z. B. Deine Geräteeinstellungen (Stand-by ausschalten), die Heizungseinstellung (schon eine um 1°C geringere Raumtemperatur pro Haushalt hat in Summe bundesweit einen deutlichen Spareffekt) und wähle Dein Fortbewegungsmittel so energiearm wie möglich.

Weitere Energiespartipps haben wir für Dich zusammengefasst. Schaue gerne vorbei!